Das bedeutet für New York: Parade, Spaziergang mit der Familie (oder wahlweise joggen) und Truthahnessen (das weiß ich jetzt nicht so ganz genau, aber ich habe die Mengen eingefrorener Turkeys in den Läden gesehen - es war für jeden einer da!). Aber ich fange gerade am Ende an, das Wichtigste zuerst ...
Glückliche Zufälle
Ich bin nur noch eine knappe Woche hier und habe am richtigen Tag die New York Times gekauft. Ich entdecke auf der Titelseite in der Seitenspalte eine Besprechung über das Stück "Seminar", das im Oktober Premiere hatte und nun für einige Monate im John Golden Theater gespielt wird. Hauptdarsteller (und primäre Person der Besprechung): Alan Rickman. ALAN RICKMAN! Ist das nicht klasse - dass ich das noch erleben darf!
Ich, sein größter Fan, die ich mir seit Jahren wünsche, den Mann mal "live on stage" zu sehen, kriege Herzrasen, eine trockene Kehle und zittrige Finger als ich lese, dass ich nichts anderes tun muss, als mir eine Karte zu kaufen! Alle, die überhaupt keine Ahnung haben, über wen ich hier spreche, mögen sich bitte in der imdb.com oder Wikipedia kundig machen. Ihr werdet feststellen, dass ihr ihn kennt. Hier kann man einen kleines Video von "Seminar" ansehen. Er spielt den arroganten, selbstherrlichen, egoistischen Leonard gewohnt grandios.Natürlich habe ich weder Kosten noch Mühe gescheut und war da! Leider konnte ich nur am Ende schnell ein paar Fotos machen. Als das Publikum ganz plötzlich aufstand (gerechtfertigt natürlich), hatte ich gerade die Kamera zur Hand genommen und konnte eben noch schnell abdrücken.
Randnotiz: Schon bei den anderen Konzerten, Balletts und Events, bei denen ich war, irritierte mich das Verhalten des Publikums. Es wird frenetisch Beifall geklatscht, geheult und "Bravo" gerufen - maximal 20 Sekunden! Dann ziehen die Leute ihre Jacke an und gehen! Ich kenne aus D. nur, dass man sich mindestens 10 Minuten die Hände warmklatscht und den Künstlern zwanzig Verbeugungen und Vorhänge zugesteht und mindestens eine Zugabe entlockt. Dieses abrupte Ende ist ganz komisch für mich (und auch bei Alan hatte ich ein wenig das Gefühl, dass er darüber enttäuscht war! Zitat aus Galaxy Quest: "Ich hatte fünf Vorhänge als Macbeth und jetzt das!")Verpasste Gelegenheiten
Heute ist Thanksgiving!
Das bedeutet für New York: Parade ... die habe ich leider verpasst. Der freundliche Policeofficer gestern hatte mir erklärt, dass die Parade um 12 Uhr beginne - dass war aber leider das Ende. (So schlecht ist mein Englisch gar nicht.)
Die Macy's Thangsgiving Day Parade startet um 9 am Central Park und endet um 12.
Er hatte übrigens auf meine Frage erstaunt gefragt, aus welchem Land ich denn käme, dass ich mich nach der berühmten New Yorker Thanksgivingparade erkundigen müsse. Ich habe dann mal im Internet ein paar Filmchen angeguckt: Das ist ja wirklich ein Riesending im wahrsten Sinne des Wortes. Dafür werden Straßenlaternen abgeschraubt, fast ganz Midtown gesperrt, überdimensionale Figurenballons getragen und Paradewagen durch die Straßen gezogen. Es gibt eine ganz schöne website von heute, im Moment noch mit Fotos von 2010. Ich denke, das wird aber ganz schnell auf den heutigen Stand gebracht (und dem, was ich verpasst habe).
Ich bin pünktlich zu den Aufräumarbeiten gekommen - so schöne leere Straßen kenne ich nur aus Filmen.
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| Den wenigen Verkehr auf der 6th Av schafft einer |
Das schöne Wetter lädt zu einem Spaziergang ein - über die 6th Av. mit Abstecher zum Rockefeller Center (an dem schon der Riesenweihnachtsbaum bereit zur Illumination steht), an gigantischer Weihnachtsdekoration vorbei zum Central Park. Ein paar Fotos von heute:
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| Die Spitze des Rockefeller Weihnachtsbaumes (oder ein Duplikat am Boden) ... |
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| ... der Baum, noch "eingetütet", .... |
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| ... die Fahnen dem Anlass entsprechend gold- und silberfarben, ... |
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| derweil werden halt die Laubbäume beleuchtet. |
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| Macy's hat's gerne etwas größer. |
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| Schmucker Horace Greely (im gleichnamigen Park) |
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| Alle Bäume werden illuminiert. |
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| Gerne etwas größer bitteschön .... |
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| ..... |
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| Im Central Park .... |
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| ... fährt man vor dem Truthahnessen mit der Pferdedroschke ... |
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| ... oder der Fahrradrikscha ... |
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| ... geht spazieren ... |
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| ... oder nicht ... |
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| ... macht Familienfotos ... |
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| .... oder joggt bis zum Sonnenuntergang. |
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| Sunset am Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir |
Bei mir gibt es heute das immer beliebte Reis-mit-Chinagemüse Gericht. Einem Truthahn habe ich damit vielleicht das Leben gerettet.
Morgen ist übrigens "Black Friday" - der Tag nach Thanksgiving, an dem alle Geschäfte Sonderangebote feilbieten. Ein gigantischer Schlussverkauf, an dem Läden wie Macy's von Mitternacht (!) bis Mitternacht geöffnet haben und auch andere schon um 5 Uhr früh öffnen. Ich habe gehört, dass sich Menschen schon am Abend zuvor vor die Eingangstüren stellen. Man kann anscheindend wirklich viel Geld sparen (und ausgeben).
Und sonst noch?
Ich habe meine ersten beiden Museumsbesuche absolviert: Mit meiner Language School war ich im "Museum of Moving Image" in Queens - da geht es um das Filmen und die Geschichte des Filmens an sich - und ich habe einen ersten Eindruck vom Metropolitan Museum of Art. Ich war völlig überrascht, dass das Met und auch das Museum of Natural History eigentlich keinen regulären Eintritt verlangen, sondern nur um eine Spende bitten. Man kann also auch für eine Spende von $1 hinein.
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| Die hätten meiner Mutter gefallen ... |
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| ... und die mir. |
Noch ein paar Fotos und Gechichtchen:
Meine Lieblingsspeisewagen, bei denen ich jedesmal unter spontanem Speichelfluss leide, wenn ich daran vorbeigehe. Ich mag diese Version mit der digitalen Laufschrift von Mohammad.
> Ein Mann in der subway liest "Man's searching for meaning"... Wie verstehe ich das denn?
> Ein chinesische Straßenverkäufer schreit: Lolex! Lolex! (wirklich, ungelogen!)
> Noch ein asiatisches Brautfoto: Die Braut sitzt mit weißem, ärmellosem, um sie herum ausgebreitetem Hochzeitskleid auf dem Parkboden im Gestrüpp vor einer efeubewachsenen Mauer, die arme. Es ist November, Außentemperatur etwa 6°.
Im Bryant Park ist ein netter Weihnachtsmarkt aufgebaut, der auch den deutschen "Ein Crepe mit Nutella, bitte"-Fan bis zum Ende der Saison bedienen kann.
Soweit für heute. Meine letzte Woche hier ist jetzt angebrochen, bedauerlicherweise - erfreulicherweise, ich bin da recht wankelmütig.
PS: Jenny - ich habe deine Wünsche nach Fotos von Weihnachtsschaufensterdekorationen nicht vergessen, ein paar habe ich auch schon. Aber das startet jetzt erst, also nach Thanksgiving, so richtig. Ich werde sehen, was ich (noch) tun kann. Ich habe noch so vieles, was ich noch sehen und fotografieren möchte. Mir bleibt also nichts anderes, ich muss wiederkommen ...





























Hallo Monika,
AntwortenLöschenwieder jede Menge wunderschöne Fotos und interessante Geschichten, vielen Dank! Der langanhaltende Applaus ist glaube ich wirklich etwas Deutsches. Und - es muss gesagt sein -nicht immer zurecht. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es mehr um das Klatschen selbst geht als um die Anerkennung der gezeigten Leistung. Aber ich erkenne auch das kommische Gefühl, wenn man gerade erst angefangen hat zu klatschen und um einen herum stehen die Leute einfach auf und gehen weg. Tja, andere Länder, andere Sitten, so bleibt das Leben interessant.
Geniesse noch Deine letzte Woche und bis bald,