Dienstag, 8. November 2011

Schneestürme, noch mehr Inseln und Batdogs

Ich bin noch da und mir geht es hervorragend! Ich danke allen, die sich schon Sorgen um mich machen, wenn es längere Zeit keine Einträge im Blog gibt. Ich bin oft so mit meinen Exkursionen und den neuen Einrücken beschäftigt, dass ich abends müde ins Bett falle.
Zudem hatte ich lieben Besuch aus D. und habe einen schönen Ausflug nach Connecticut in "mein" Cafe und zukünftiges B&B gemacht. (Ich suche dringend Sponsoren, das Haus steht zum Verkauf und ich habe da einige Ideen, allein das Geld fehlt - nähere Informationen hier: Cafe Sarba) oder ab Dezember direkt bei mir.
Es steht nur 5 Minuten von dieser Küste entfernt:




Und zur weiteren Beruhigung: Der Schneesturm war hier in der Stadt für mich zwar unangenehm, aber einigermassen erträglich - abgesehen von waagerecht einfallendem Schneeregen, gegen den kein Schirm hilft, den nassen Füssen, die ich durch den spontanen und gezielten Erwerb gefütterter Gummistiefel (schon mal für weitere Wintereinbrüche!!!) begegnen konnte, riesigen Pfützen, bevorzugt an Fußgängerübergängen, und einem völlig vereisten Sportplatz am nächsten Morgen, so dass kein Tai-Chi stattfand! Die geplante Besichtigungstour durch das Untited Nation Building fiel aber wegen Überbuchung und nicht wegen des schlechten Wetters aus. Fotos habe ich keine, ihr habt ja anscheinend genügend in den deutschen Medien gesehen.
Für mich war es überraschend, dass am Tag vor und am Tag nach dem Schneesturm strahlender Sonnenschein war und in NYC nur noch vereinzelte Schneereste an schattigen und (und aus unerfindlichen Gründen auch an einigen sonnigen) Stellen davon zeugten.
Zum Beispiel im

BBG

dem Brooklyn Botanic Garden, einer dieser wirklich schönen Oasen in der Stadt. Brooklyn hatte ich bisher etwas vernachlässigt (sowie Queens und Staten Island auch, aber das werde ich alles gar nicht mehr schaffen! Wer hat gesagt, dass zweieinhalb Monate ECHT lang seien??). Beim Studium des Subwayplans und angesichts des wirklich schönen Herbstwetters fiel meine Wahl für einen Spaziergang auf diesen grünen Fleck direkt neben dem Prospect Park, den ich dann gleich ebenfalls besichtigen wollte. Der muss aber noch etwas warten, weil der BBG einfach zu groß, zu weitläufig, zu schön und zu interessant ist. Überraschenderweise ist Dienstags freier Eintritt!


Der Garten wurde 1910 angelegt und hat genau diesen Jugendstil-Flair; wunderschön angelegt, mit vielen alten und großen oder auch exotischen Bäumen, offenen Flächen, kleinen Seen (davon einer im japanischen Stil), versteckten Themengärten, z.B. dem Shakespeare Garden oder dem Daffodil Hill, und Pavillons mit Pflanzen verschiedener Klimazonen.




Aus unerfindlichen Gründen nicht geschmolzener Schnee (nach 3 Tagen!)
Es gibt versteckte Skulpturen, ...



... unglaubliche Blüten, ...

.... eine Bonsaisammlung, ....

... Entspannung in Japan und


eine warme Verabschiedung.



Batdogs

Dass der New Yorker ein etwas (vorsichtig ausgedrückt) eigenwilliges Verhältnis zu seinem Hund hat, kann ich leider bisher nur mündlich belegen. Äußerst beliebt sind dabei kleine Hunderassen, die sehr gut in Jacken, Taschen, Rucksäcke oder Kinderwagen passen. Gerne wird der zum Gassi-getragene Hund frisiert, mit Haarspangen in geflochtenen Zöpfchen am längeren Ohrenfell. Beliebt sind auch warme Fleece-Mäntelchen.
Wenn dem Kleinsthund aber Batman-Flügelchen aufgeschnallt werden und die Ohren mit schwarzen Spitzen versehen sind, dann kann nur eins sein: Halloween! (Ich war leider nicht schnell genug mit der Kamera, aber es war tatsächlich so.)

An keinem normalen Wochentag habe ich die Stadt bisher so "gespenstisch" leer gesehen wie an Halloween. Viele Geschäft sind bereits am Mittag geschlossen, die Cafes sind leer und das übliche Verkehrschaos an der Ecke Houston Street/Bowery gegen 5 Uhr ist einfach nicht vorhanden. Vereinzelt tauchen Kostümierte auf, die wirklich gerne Modell stehen.



Es gibt ziemlich viele Superhelden hier
Am Abend dann die große Parade im Village. Ich ergatterte einen (sehr harten) Sitzplatz auf einem Absperrgitter und konnte einigermaßen gut die fast zweistündige Show verfolgen. Ich habe tolle Kostüme gesehen, phantasievoll und kreativ, kunstvoll und wahrhaftig spannend, das es eine Freude ist, sie zu bewundern. Figurentheater, Inszenierung, Tanz, Musik, Trommeln oder einfach nur Mitlaufen - alles dabei. Und tausende Zuschauer, die sich auf der 6th Avenue drängeln, um alles mitzubekommen. Anschließend wird gefeiert: Was vorher so leer war, ist nun proppevoll.
     




Abe Lincoln war auch da ...
Meine Favoriten (neben Batdog): Die Tanzgruppe, die Michael Jacksons "Thriller" super getanzt hat (natürlich exakt kostümiert) und der Augenballon (gefilmtes Auge in/auf Großballon). Es gab auch einen Paradewagen zum Thema Jägermeister, der mit Musik der Toten Hosen unterwegs war (ich kenne mich jetzt nicht so aus, aber eigentlich geht es doch da um Bommerlunder, oder??)
Es war auf jeden Fall richtig witzig!



Inselexkursion: Hoch über den East River ...

... kommt man nach Roosevelt Island, einer Insel zwischen Manhattan und Queens. Es geht auch mit der Subway, aber die Gondola über den Fluß ist spannender. Der Nordteil der Insel ist stark bebaut, im Süden gibt es ein Krankenhaus und einen Park, der anscheinend  gerade noch weiter ausgebaut wird. Und natürlich den Blick auf Manhattans Skyline und Queens. Da muß ich unbedingt noch einmal im Dunkeln hin ...

Die Gondola neben der Queensboro Bridge



Nach Süden auf der Manhattan-Seite

Nach Norden auf der Queens-Seite
 
Den Schriftzug kennt man doch irgendwoher ...


Und sonst noch?

... Die beschriebene chinesische Mai Hei Tei Verkäuferin ist nicht mehr da! Ich habe sie nicht mehr gesehen, seit ich über sie geschrieben habe. Vielleicht liest sie ja meinen Blog ...

... In "Michelle's Hair Beauty Salon" um die Ecke hat mir eine der chinesischen Friseurinnen eine etwas zu kurz geratene Fönfrisur inklusive Gesichtsmassage verpasst, obwohl ich eigentlich nur färben lassen wollte. Nie war meine Haut weicher und meine Frisur unpassender. Das Shampoo (oder was es war), dass ich unbedingt  für $ 45 erwerben sollte, konnte ich nur mit Mühe ablehnen ...

... Toller Sonnenschein, blauer Himmel - also los zum Top of the Rock. Von dort oben sieht man die ganze Wahrheit ... (sieht doch fast aus wie bei uns in den 70ern, oder?)



... Am letzten Sonntag stand ich mit tausenden Menschen am Wegesrand und bestaunte einen Teil der 45.000 Langstreckenläufer des New York Marathon - davon mehr im nächsten Blog ...

Good night and good luck - und Danke für eure Aufmerksamkeit!

PS: Die schlechte Qualität der Fotos liegt nicht an mir (na also!), sondern an google. Diese Blog-Software dampft die Fotos extrem ein, so dass in der Vergrößerung leider nur noch Pixel übrigbleiben. Vielleicht mache ich ja ein Buch mit hochwertigen Hochglanzfotos daraus (... für nur 49,90 Euro ab Februar 2012 im Handel!)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen