Mittwoch, 5. Oktober 2011

Kunstvoll und Vollzeit - skuriles und herzliches

The Dude

Schon letztens ist mir dieser kleine skurile Laden in der Thompson Street im Village aufgefallen: Was verkauft ein Shop, der den Namen "The Little Lebowski" trägt?
Ich fand ihn geöffnet vor und ein freundlicher Herr präsentiert liebevoll neben John Goodman-, Steve Buscemi- und natürlich Dude-T-Shirts auch stilechte Dude-Norwegerstrickjacken, Dude-Sonnenbrillen und Dude-Perücken - und, ganz nett, auch ein Dude-Klo! Richtige Lebowski-Fans haben ihre Lieblingsfilmzitate in ihrer Sprache auf Plakaten hinterlassen. Dummerweise fiel mir gerade überhaupt kein einziges Zitat ein. www.littlelebowskishop.com


Kunstvolles Hotel

In der letzten Woche haben 3 junge Filmemacher (Videokünstlerin, Produzentin und Kamermann/Fotograf) aus Barcelona das Appartment mit mir geteilt. Neben der reinen Urlaubsreise hat Lyda, die Videokünstlerin, am Wettbewerb 2011 CHARLATAN INK ART PRIZE teilgenommen. Die Bekanntgabe der Gewinner fand im Carlton Arms Hotel statt. Das hat mich natürlich interessiert und ich fand mich überraschenderweise in einem, wenn nicht dem am umfangreichsten kreativ gestalteten Hotel der Stadt wieder. Jeder Raum, jedes Klo, jeder Flur ist von malenden Besuchern gestaltet. In den 80ern wurde damit begonnen und über die Jahre haben immer wieder andere Künstler völlig individuelle Räume gestaltet. Nehmt euch mal die Zeit und schaut euch die Photo Galerie auf der Webseite www.carltonarms.com an (so schön kann ich die nicht fotografieren, zumal ich die Kamera eh nicht dabei hatte). Ich habe noch nie so schöne Hotelzimmer gesehen. Ich bin begeistert!
Lyda hat leider nicht gewonnen, war aber trotzdem stolz, dabei gewesen zu sein.
Im Raum 5A - dem von Fabian Commpton - hat übrigens Michael Powers mit einem namenlosen Bassmann den Blues ganz hervorragend für uns gespielt. Herr Powers spielt Freitags und Sonntags ab Mitternacht (!) im Terra Blues in der Bleeker Street. Da werde ich mal vorschlafen müssen!





Ist das nicht herzerweichend - besonders, als ich die alte Frau ein paar Tage später wieder auf der Bank die Hand der Bronzefigur halten sah.







"The zebra in the zoo ..." (The Good Companion 1)

Der Bronx Zoo ist ein über 100 Jahre alter Zoo mitten in der Bronx. Mein inneres Bild von dem Statdtteil: Brennende Ölfässer, auf Ziegelsteinen aufgebockte Autos ohne Räder, abbruchreife Häuser. Das ist aber woanders.

Was ich fand waren Bisons, Nashörner, Tapire, Schmetterlinge, Gorillas und allerlei anderes Getier.

Schöne Ideen für Lernabfragen und Frage-Antwortspiele nicht nur für Kinder. Auch der Bronx Zoo setzt sich, wie andere Zoos auch, kritisch mit unserem Umgang mit Flora und Fauna auseinander.

Insgesamt ein sehr großes Gelände mit viel Wald. Zu einem Teil hat man nur mittels Schmalspurbahn Zugang, in anderen Teilen sind unterschiedliche Klimazonen nachgebaut.


Den ursprünglichen Kern bilden ein klassizistisches Gebäude-Ensemble aus der Jahrhundertwende mit Seehundbecken in der Mitte - so wie früher Zoos eben aussahen.Die beiden Rhinozerosse (oder waren es Nashörner?) sind übrigens nicht echt.






Aber auch hier sitzen Condor und Weißkopfseeadler hinter Gittern.
Ich war übrigens über 6 Stunden da und habe trotzdem "Afrika" nicht mehr gesehen.
Wer mal schauen möchte: http://www.bronxzoo.com/

Dass es einen Bronx River gibt, der, wie die Emscher, gerade wieder "renaturiert" wird, wusste nicht einmal Ronald.


Zeitvertreib

Am Sonntag war schönes, wenn auch etwas frisches Wetter und ich beschloss, noch einmal in die Bronx zu fahren, dieses mal in den Van Cortlandt Park. Während ich auf meine Subway wartete fiel mein Blick auf ein Plakat, das für das Dance Festival im New York City Center warb. Und gerade an diesem Sonntag wurden Karten für $10 pro Karte (!) verkauft, ab 11AM.
Nun, es war gerade 11AM, der Park läuft mir nicht weg und das Boxoffice liegt auf dem Weg. 



Ich verließ also die Subway an der 7th Av in Richtung 55 th street und fand die Menschenschlange, die für Karten anstand. Nette Ordner dirigierten mich zum Ende der Schlange, um den ganzen Block herum.
Um es kurz zu machen: Die ersten zwei Stunden waren ja noch ok, zumal die Ordner uns immer mit einem "No show is sold out!" bei der Stange hielten. Das hörte dann aber auch langsam auf. Als wir, meine Vorder- und Hinterleute, endlich um die
letzte Ecke bogen, waren doch etliche Shows ausverkauft. Diejenigen, die nur für bestimmte Tage Karten wollten, mußten teilweise entnervt aufgeben. Aber wenn man schon zwei Stunden ansteht, dann machen die letzten eineinhalb auch nichts mehr aus. Nach dreieinhalb Stunden stand ich mit eiskalten Füßen und schmerzenden Waden vor dem Ticketschalter und habe zwei Tickets erworben. Was man nicht alles für Geld macht! Ich werde berichten! (Hätte ich das auch in D getan???) 




PS:
Bahnen ziehen: Lap Swim im Chelsea Schwimmbad

Werbespruch in der Subway:
"In my Father's house are many rooms. (Joh. 14.2)
Clearly, Jesus was not a New Yorker"

Aufgenschnapptes: "Du machst die dokumentarischen Fotos ..."
"Mum, why do you like this picture?" "Because ... it's just art!"

Erleuchtung: 98% der New Yorker tragen Kopfhörer am oder im Ohr - vielleicht, damit sie den Krach der Stadt nicht ertragen müssen?

1 Kommentar:

  1. Sehr rührend dieses Foto mit der händchenhaltenden Lady, schöner Anfang für eine Story ;)) Tja und Wald in der Bronx - wer hätte das gedacht? Besonders viel Vergnügen haben mir aber die Fotos aus dem tollen Hotel bereitet, wobei ich in einigen Zimmern vermutlich kein Auge zu tun könnte - aber dafür wäre die Zeit ja dann auch eh zu schade und das Ganze vermutlich auch zu teuer - wobei "Bad auf dem Gang".. Schön weiter berichten liebe MoRo, bin immer ganz neugierig und finde du findest immer nette Geschichten - merci und LG Jenny

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